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Montag, 17. Februar 2020

Kleines Waffenlexikon

Hier sind einige Waffentypische Begriffe Alphabetisch sortiert aufgelistet.

Kleines Waffenlexikon - B  
Backe Für die Kopfauflage beim Anschlag vorgesehener Teil des Gewehrschaftes.
Bahn Im Gegensatz zur Hohlbahn stellt die Bahn den Teil der Klinge dar, von dem aus sie sich zur Schneide hin verjüngt. Bei Blankwaffen mit rautenförmigem Querschnitt fällt die Bahn mit dem Mittelgrat zusammen.
Bajonettz Stich- oder Hiebwaffe für den Nahkampf, die an der Mündung militärischer Langwaffen befestigt (aufgepflanzt) wird. Bajonette werden unterschieden nach der Klingenform (Messer- oder Säbelklinge) sowie nach der Art der Aufpflanzvorrichtung: Beim Tüllenbajonett beispielsweise befindet sich an Stelle des Griffs eine Tülle, die über den Lauf geschoben werden kann und das Bajonett so an der Waffe festhält. Das Klappbajonett ist unterhalb der Laufmündung so angelenkt, dass es nach unten oder seitlich an den Schaft angeklappt werden kann. Sehr häufig sind Bajonette mit einem am Lauf oder Laufring befestigten Eisen, der sogenannten Bajonettwarze, unterhalb der Laufmündung arretiert. Der Name leitet sich ab von der französischen Stadt Bayonne, wo angeblich zum ersten Mal Bajonette eingesetzt wurden.
Bajonettwarze Über und unter dem Lauf angebrachte kurze Halterung für Seitengewehre mit Laufring an der Parierstange. Sie fixiert den Knauf und trägt, anders als der Bajonetthalter, nicht das Gewicht des Seitengewehrs.
Balkenzüge Sie bestimmen bei gezogenen Läufen das Profil. Der Lauf-Querschnitt zeigt Felder mit mehr oder weniger senkrechten Seiten; die tiefer liegenden Züge haben fast die Form eines Rechtecks.
Ballistik Die Lehre von der Bewegung geworfener oder geschossener Körper (balliste = Wurfmaschine in der Antike). Man unterscheidet zwischen Innen-, Mündungs-, Außen- und Ziel- oder Endballistik. Die Innenballistik untersucht alle chemischen und physikalischen Vorgänge im Lauf, vom Beginn der Zündung bis zum Austritt des Geschosses aus der Mündung. Die Mündungsballistik, auch Übergangsballistik genannt, beschäftigt sich mit der Pulververbrennung (Mündungsfeuer) und dem Verhalten des Geschosses beim Austritt aus dem Lauf. Die Außenballistik untersucht die Flugbahn das Geschosses bis zum Auftreffen auf das Ziel. Die Ziel- oder Terminalballistik analysiert die Entwicklung das Projektils auf das Ziel, angefangen vom Auftreffen des Geschosses, seiner Durchschlagskraft und Splitterwirkung bis hin zu biologischen Auswirkungen auf den Zielkörper, besonders bei Geschossen von Jagdbüchsen.
Bandolier Ursprünglich ein breiter, lederner Schulterriemen der Musketiere, an dem fertig abgemessene Pulverladungen in kleinen Holz- oder Hornfläschchen, den "zwölf Aposteln", hingen. Mit dem Aufkommen von Hinterladern veränderten auch die Bandoliers ihre äußere Form: Sie erhielten verschiedene Taschen für Magazine oder Ladestreifen. Ab dem 1900 wurden Bandoliers nicht mehr aus Leder, sondern aus Leinen oder Kunstfasergewebe hergestellt.
Bar Maßeinheit für den Gasdruck. Ein bar entspricht 1,02 Kilopond pro Quadratzentimeter(kp/cm²). In der englischen Fachliteratur wird der Gasdruck in Pounds per square inches (psi) angegeben. Ein bar entspricht 14,5036 psi.
Bärenspieß Zur Bärenjagd benutzter Jagdspieß mit starker, herzförmigen Klinge, die ein Mittelgrat zusätzlich stabilisiert. Ein Knebel an der Tülle verhindert, dass der Schaft hinter dem Eisen in den Tierkörper eindringt. Die mittelalterlichen Schäfter bevorzugten für Bärenspieße vor allem robuste Eichen- oder Eschenknüttel, also so gewachsenes Holz, das nicht so schnell brach wie gedrechseltes.
Basküle Bei Kipplaufwaffen die Bezeichnung für das Gehäuse, in dem Schloss und Verschlussteile untergebracht sind. Je nach System (zum Beispiel Holland & Holland oder Anson & Deeley) kann die äußere Form des Systemkastens variieren.
Batterie Die beim Steinschloß über der Pfanne angeordnete Schlagfläche des Pfannendeckels.
Bayrische Backe Vorwiegend bei Jagdgewehren übliche, spezielle Kolbenform. Die herausstehende Wangenauflage besitzt Rechteckform. Bei der sogenannten Deutschen Backe und Monte-Carlo-Backe ist sie abgerundet.
Bieberschwanz engl.beavertail Speziell geschwungener Griffsporn für Großkaliberpistolen, wie sie Schützen in Wettbewerben des praktischen Schießens verwenden. Der Beavertail (auf deutsch: Bieberschwanz) besitzt eine breite, an den Schwanz des Bibers erinnernde Form, wodurch sich die Waffe zwischen Zeigefinger und Daumen besonders fest abstützt. Oder ein verdickter Vorderschaft bei Langwaffen.
Berdanzündung Zentralfeuer-Zündmethode mit Amboß in der Glocke der Hülse. Bekannt nach dem Erfinder Hiram Berdan, einem Scharfschützenoffizier im US-Bürgerkrieg.
Bergstutzen Kurze Jagdwaffe
Beryllium Hochwertige Perkussionswaffen besitzen anstelle einfacher Stahlpistons oft Zündstutzen aus dem hitzeresistenten Leichtmetall Beryllium, das zur Gruppe der Erdalkalimetalle gehört.
Beschuss Beschuß im Sinne des Waffengesetzes ist die in diesem Gesetz vorgeschriebene Einzelprüfung von Schußwaffen. Jede einzelne, diesem Beschuß unterliegende Waffe wird zunächst daraufhin untersucht, ob sie -insbesondere hinsichtlich der Lauf- und Lagermasse usw.- den gesetzlichen Vorschriften entspricht. Sodan werden aus dieser Waffe ein oder mehrere Schüsse mit spezieller Beschußmunition, die einen wesendlich höheren Gasdruck erzeugt als die gesetzlich zugelassene Gebrauchsmunition, abgegeben. Erst wenn die Waffe diese beiden Prüfungen bestanden hat, erhält sie zum Zeichen dessen die entsprechenden Beschußzeichen. Schußpräzision usw. werden nicht begutachtet. Es handelt sich also um eine reine Sicherheitsprüfung Beschusszeichen
Bipod engl. Zweibein
Biomechanik Die Lehre von den Bewegungsabläufen aller Organismen. Im sportlichen Bereich beschränkt sich die Biomechanik auf medizinische Untersuchungen der Leistungsfähigkeit eines Athleten, beispielsweise die Zug-, Druck- und Biegefestigkeit der Knochen, Sehnen und Muskeln. Vor allem im Hochleistungssport besitzt die Biomechanik einen hohen Stellenwert für das richtige, auf die Fähigkeiten eines Sportlers abgestimmte Training.
Blättchenpulver In viereckigen Blättchen hergestellte rauchlose Pulversorten.
Blankwaffen Sammelbegriff für alle Hieb-, Stoß-, Schlag- und Wurfwaffen wie Lanzen und Speere, dazu Schilde, Helme sowie Schutzkleidung wie Rüstungen. Blankwaffen-Lexikon
Bleigeschoss Mantelloses Projektil aus Weich- oder Hartblei, teilweise legiert.
Bleimantelgeschoss Projektil mit weichen Bleikern und Führungsring aus Hartblei.
Blide Mittelalterliche Belagerungs- und Wurfmaschine, die zentnerschwere Steine mehrere hundert Meter weit schleudern konnte. Die Blide arbeitete nach dem Prinzip des Gegengewichts: Am kürzeren Ende eines axial gelagerten Wurfarms hing ein tonnenschweres Gegengewicht, am längeren Hebel das Wurfgeschoss. Im Gegensatz zum Tribok war das Gegengewicht der Blide beweglich gelagert.
Blitz-Schloss Diese Schlossart wird für ein- und mehrläufige Kipplauf-Jagdgewehre verwendet. Bei diesem Schloss befinden sich alle Teile wie zum Beispiel die Schlagstücke und Schlagfeder auf der Abzugsplatte. Über die Spannstangen, die durch das Baskühl reichen und in Ausnehmungen im Vorderteil ein Gegenlager besitzen, spannen sich beim Abkippen des Laufes die Schlagstücke. Nachdem man die Abzugsplatte abgeschraubt hat, kann das ganze Schloss samt Abzugseinrichtung aus der Waffe entfernt werden.
Blockverschluss Ein beweglicher Metall-Block verriegelt den Lauf nach hinten, wobei der Block je nach System anders angeordnet ist. Die berühmtesten und auch heute noch angewendeten Systeme sind der Fallblock- und der Vertikalblockverschluss. Der Fallblockverschluss wird bei Kipplaufwaffen verwendet. Diese Verschlussbauweise ermöglicht besonders kurze Waffen. Nur das Laden dauert länger als bei Repetierwaffen. Der Vertikalblockverschluss eignet sich besonders für schwere Büchsenkaliber.
Bockbüchsflinte Jagdwaffe, vor allem für Pirsch und Ansitz, mit einem Schrotlauf und einem darunterliegenden Kugellauf. Beim Kontra-Bock-System liegt der Schrotlauf unter dem Kugellauf. Bei der Büchsflinte liegen die Läufe nicht über- sondern nebeneinander.
Bock-Doppelbüchse Büchse mit zwei übereinanderliegenden Kugelläufen.
Bock-Doppelflinte Flinte mit übereinanderliegendem Schrotlauf-Paar.
Bockdrilling Kombinationswaffe mit übereinander angeordneten Kugelläufen und einem Schrotlauf.
Bodensog Bodensog nennt man die Luftwirbel, die sich hinter dem fliegenden Geschoss, entgegengesetzt der Flugrichtung, in der Luft bilden. Die Intensität dieses Sogs steigt mit der Geschwindigkeit des Projektils. Zusätzlich zum Luftwiderstand wird dadurch die Geschwindigkeit des fliegenden Geschosses erheblich verringert. Um den Bodensog zu vermindern, verkleinern die Ballistiker die Bodenfläche des Geschosses durch einen Heckkonus - deutlich zu erkennen beispielsweise beim TUG-Geschoss. Diese Verkleinerung des Bodendurchmessers wirkt aber nur im Unterschallbereich. Bei sehr schnellen Geschossen erreicht man durch den Heckkonus nur eine Verlagerung des Schwerpunktes nach vorne.
Bogenfenster Seitlicher Ausschnitt im Mittelteil eines Bogens, durch den der Schütze das Ziel über den Pfeil anvisiert.
Bodenkappe Der hintere Teil der Schrotpatrone
Bore Bezeichnung altenglischer Büchsenmacher für Gewehrläufe. Daraus leitet sich ein Kalibermaß ab. Das Gewehrkaliber 12 Bore entsprach beispielsweise dem Flintenkaliber 12 Gauge, da sich aus einem englischen Pfund (453 Gramm) genau 12 Rundkugeln im Durchmesser von 18,2mm gießen ließen.
Bosquette (frz.) Leistungsgesteigerte Randfeuerpatrone
Boxerzündhütchen Nach dem Engländer Edward Boxer (1823-1898) benanntes Zündhütchen mit eingebautem Amboß.
Brenneke Wilhelm (1865-1951) -deutscher Waffen- und Geschosskonstruckteur. Der Name wurde umgangssprachlich zur Bezeichnung für Flintenlaufgeschoss und Jagdmunition (TIG, TUG).
Brenchrest- Schiessen Besondere Art das Präzisionsschießens, bei der Gewehrschützen möglichst enge Schussgruppen zu erreichen versuchen. Dabei zählt keine Ring-Wertung, sondern nur der Durchmesser der "Matches", der einzelnen Fünfschuss-Gruppen, entscheidet. Die Schießentfernungen betragen 100, 200 und 300 Meter. (In angelsächsischen Ländern gelten Yards) Der Schütze sitzt hinter einem Anschußtisch, die Waffe ruht auf einer speziellen Auflage, der "bench rest"(vom Englischen "bench"=Blank). Dabei liegen Kolben und Vorderschaft auf je einem kleinen Sandsack, von denen der vordere zusätzlich auf einem verstellbaren Stativ sitzt. Brenchrest-Schützen schießen in der Regel mit speziell überarbeiteten Einzelladern mit Zylinderverschlüssen und benützen nur wiedergeladene Munition. Die gebräuchlichsten Kaliber sind .308 Winchester und .222 Remington. Brenchrest-Schießen gibt es seit 1947 in den USA, die deutschen Brenchrester organisierten sich 1979 im deutschen Brenchrest Verband (DBRV).
Bronze Sie besteht zu über 90% aus Kupfer und einigen Prozenten Zinn; diese Mischung macht sie gleichzeitig hart und elastisch. Die Läufe der ersten Feuerwaffen waren aus Bronze gegossen; bei Geschützen war das bis 1900 üblich. Bronze als Material für Griffe und Beschläge von Hieb- und Stichwaffen wird heute noch verarbeitet.
Browning John M. (1855-1926)-bedeutensten US-Waffenkonstrukteur, arbeitete für Winchester und FN. Die nach ihm benannte Firma gehört inzwischen zum belgischen FN-Konzern. Der Name griet umgangssprachlich zum Synonym für kleine Selbstladepistolen.
Brünieren Verfahren zur Oberflächenbehandlung von Metallen, einst durch Rosten bis zur Braunfärbung, heute auch in blau oder schwarz.
Büchsdrilling Büchse mit drei Kugelläufen.
Büchse Langwaffe mit gezogenem Lauf.
Bügeldruck- verschluss, Bügelspannergewehr Gewehr mit beweglichem Abzugsbügel oder darunterliegendem Hebel, dessen Betätigung den Verschluss öffnet und das Schloss spannt.
Bündelrevolver Revolver, bei dem mehrere Läufe um eine zentrale Achse drehbar angeordnet sind. Um 1780 ließ sich Nock in England einen Steinschloss-Bündelrevolver patentieren, bei dem der Schütze das Laufbündel nach jedem Schuss mit der Hand weiterdrehen musste. Wegen der vielen Läufe waren diese mehrschüssigen Waffen sehr schwer, unhandlich und wenig präzise.
Bull-Barrel Extra schwerer Scheibenlauf
Bunthärten Eine Methode zum Oberflächenhärten von Eisenteilen an Waffen. Diese Teile werden zusammen mit einer aus Leder gewonnenen Kohle mehrere Stunden lang geglüht. Dabei dringt der freiwerdende Kohlenstoff in die Eisenoberfläche ein. Beim Abschrecken im Wasser werden die Teile hart, ihre Oberfläche erhält ein marmorartiges Muster aus bräunlich- blauen Farbtönen.
(Quelle:
www.hassel-online.net)


 
 

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